Tunnel in die Freiheit

Ausgehend vom letzten Eintrag für meine Hotel/Camping-WLAN-Konfiguration kam auch eine Frage zum Thema “wie tunnele ich meine Netzverkehr durch die Firewall?”. Und da verwende ich seit Jahren ein schon so ziemlich überall erfolgreich verwendetes Setup, welches ich nun mal beschreiben möchte.

Vorab: Etwas technisch Know-how sollte vorhanden sein, denn die verwendeten Technologien sind nicht wirklich immer einfaches Plug&Play.

Die Grundidee ist wie folgt: Auf einem Server (Rootserver oder vServer) installieren wir SSH und einen Proxy und schicken den Datenverkehr durch den SSH-Zugang zum Proxy, der es dann weiter ins Internet schickt. Der Gag dabei: SSH läuft nicht (bzw. nicht nur) auf Port 22, sondern auf Port 443, welcher normalerweise für HTTPS verwendet wird und daher von Firewalls nahezu immer erreichbar ist.

Benötigte Software: Wir benötigen einer Rootserver (auch als vServer klappt das) mit einem Linux als Betriebssystem (ich verwende Debian – selbstverständlich gingen auch ***BSD und ähnlich), auf welchem SSH und der Proxy-Server Squid installiert werden. Auf dem Client (also dem Rechner, von welchem wir surfen wollen) entweder einen SSH-Client oder aber Putty (was unter Windows meist die Regel sein dürfte).

Setup von SSH: ich gehe mal davon aus, dass der Server, welchen Ihr mietet, eh schon per SSH erreichbar ist. Das ergänzen wir nun um den Port 443, indem wir in /etc/ssh/sshd_config die Einträge für die Ports, damit dann 22 und 443 verwendet werden:

Port 443
Port 22

Nach einem Neustart von SSH sollte dieses nun auch über den Port 443 erreichbar sein (parallel darf dann natürlich nicht z.B. ein Webserver diesen Port nutzen wollen).

Proxy-Server: Als Proxy verwende ich (mehr oder weniger aus Gewohnheit) Squid. Erstmal fast im Standard installiert, allerdings mit diesem einen speziellen Eintrag:

http_port 127.0.0.1:3128

Soll heißen: ich will nicht, dass irgendwer von außerhalb meine Proxy missbraucht, daher lasse ich ihn nur auf der internen Netzwerkadresse laufen (127.0.0.1 ist das Loopback-Device)

Der Tunnel: Eine tolle Funkionen von SSH: Man kann beliebige Adressen/Ports hindurchschleifen. In diesem Beispiel machen wird folgendes: Wir melden uns vom Client mittels SSH am Server an und dabei wird der Port 3128 (der Proxy) auf dem Client als Port 13128 zur Verfügung gestellt. Das heißt dann, dass man im Webbrowser als Proxy den Server 127.0.0.1 (also lokal) mit dem Port 13128 einstellt und schon ist man über dem Weg draußen.

ssh meinNutzer@meinServer.de -p 443 -L 13128:127.0.0.1:3128

Allgemeine Hinweise: Ein eigener Server im Internet ist ein beliebte Angriffsquelle für Hacker, daher würde ich immer SSH so einstellen, dass es nur mit Public/Private-Key läuft und nicht per Passwort. Und außerdem sollte man den Rechner immer auf dem aktuellsten Stand haben und eine Idee haben, was das Linux eigentlich so tut.

Nette Ergänzungen: Im Squid kann man z. B. mittels “acl Safe_ports port 12345″ diesen für weitere Ports verwenden und so z. B. Chat-Clients über diesen laufen lassen.

Und man kann im SSH-Aufruf auch mehrere Weiterleitungen einstellen und so z. B. mittels

ssh meinNutzer@meinServer.de -p 443 -L 13128:127.0.0.1:3128 -L 13993:imap.gmail.com:993

den Zugriff auf seine Gmail-Mails auch durch die Firewall machen (und z. B. im Thuderbird dann als IMAP-Server 127.0.0.1 auf dem Port 13993 einstellen

Eins noch: Ich habe absichtlich keine Schritt-für-Schritt-Anleitungen für z. B. die Installation von Squid hier mit aufgeführt – wenn Ihr das nicht hinbekommt (ggf. mit Hilfe von Goolge), dann rate ich Euch dringend davon ab, einen eigenen Server zu betreiben…

Camping- / WLAN- / Hotel-Internet teilen

Das hier wird ein noch wachsender Eintrag rund um mein Setup, welches ich nutzen werde, um z.B. auf Campingplätzen deren WLAN auf alle unsere Geräte zu verteilen ohne dass diese neu konfiguriert werden sollen.

Im Wohnwagen soll es konstant immer ein WLAN geben (“MEIN_WLAN”), welches von allen Clients verwendet wird.  Für den Aufbau verwende ich einen Raspberry Pi (mit Raspian bzw. Raspbmc), eine kleine WLAN-Karte, ein simples CAT 5 Kabel und eine ausgemusterte Speedport 500V (welche ich im Keller gefunden habe).

Schritt 1: Raspberry Pi Grundinstallation (WLAN noch nicht gesteckt – Internet per LAN-Kabel)

Installation geht wirklich leicht von der Hand – System herunterladen und den Anweisungen dort folgen

Schritt 2: Wichtige Anpassungen

Ziemlich genervt musste ich erstmal mit der englischen Tastaturbelegung in der Konsole kämpfen – diese stellt man wie auf dieser Seite beschrieben erstmal auf deutsch um – dann klappt es auch mit z,y,-,…

Schritt 3: Raspberry Pi wird Access Point

Im Gegensatz zum häufigeren Fall wollen wir, dass unser Raspberry Pi ein eigenes WLAN (eben das “MEIN_WLAN”) aufmacht – dazu folge man einfach dieser Anleitung. Wenn alles klappt, müsste danach auf Euren Rechnern ein “MEIN_WLAN” als Verbindung verfügbar sein – und wenn der Raspberry Pi noch am WLAN hängt (was er sollte), dann kann man über das selbst erstellte WLAN schon surfen.

Schritt 4: (optional) Einen eigenen Nameserver aufsetzen

Ich will in meinem internen Netz alle Rechner immer unter einem Namen ansprechen – daher habe ich gemäß dieser Anleitung PowerDNS installiert (bisher hatte ich immer Bind im Einsatz – aber das große Monster wollte ich dann doch nicht auf dem kleinen Pi haben).

Schritt 5: Schluss mit dem vorhandenen LAN

Der Raspberry Pi ist soweit eigentlich fertig – nun verheb ich auf der LAN-Schnittstelle via /etc/network/interfaces eine feste IP-Adresse in einem anderen Netzwerk als jenes des WLAN (sagen wir WLAN hat 192.168.1.xxx, so setze ich eth0 auf  192.168.2.1

Dann stelle ich noch ein, dass alle Verbindungen, welche nicht im WLAN laufen sollen, über eth0 und dort über die Adresse 192.168.2.2 gehen sollen (nein, Ihr habt nichts verpasst – das ist eine noch nicht belegte…)

route add 192.168.2.0 eth0
route add default gw 192.168.2.2

Schritt 6: Die Speedport 500V wird zum Bitswitcher

Wir wollen, dass unser WLAN-Router nicht mehr ein WLAN aufspannt, sondern als Client an einem solchen teilnimmt. Das geht wohl ganz gut mit DD-WRT (dafür hatte ich die Hardware nicht da), auch Fritz!Boxen kriegt man wohl leicht dazu – ich aber hatte wie gesagt im Keller “nur” die olle Speedport 500V gefunden.

Deren Telekom-Firmware kann den Client-Mode (natürlich) nicht, es gibt aber eine alternative Firmware namens “Bitswitcher” – und die habe ich darauf installiert.

Schritt 7: Das LAN der Speedport umstellen

Wenn man sich über das Default-WLAN von Bitswitcher dort anmeldet, kann man dort das LAN umstellen – wir nehmen dort eine feste IP (192.186.2.2 – ja, die von vorhin) und wenn wir alles richtig gemacht haben (manchmal mag Bitswitcher einen Reboot), dann sollten wir vom Raspberry Pi (den wir ja im WLAN “MEIN_WLAN” erreichen können) bei gestecktem Kabel von LAN zu LAN ein ping gehen.

Schritt 8: Speedport mit einem fremden WLAN verbinden

Das Verbinden mit einem fremden WLAN benötigt insgesamt drei Einstellungen – auch hier hilft manchmal neben dem “Save & Run” ein beherzter Neustart via Aus-Schalter weiter):

  1. Unter “Wireless LAN” -> “Basic Settings” tragen wir als Mode “Client” ein – und die Daten des zu verbundenen WLANs (Name, Kanal) und stellen auf “separate” und schalten das DHCP dort an
  2. Unter “Wireless LAN” -> “Security Settings” tragen wir die Art der Verschlüsselung und das Passwort ein
  3. Und das ist wichtig – muss aber nur einmal gemacht werden: Unter “Firewall” schalten wir im Bereich “General Settings” das WAN Interface auf “WLAN” (damit dort die Weiterleitung auch klappt.

Erste Zusammenfassung: mit dem Setup schalte ich nun beide Geräte ein, rufe die IP-Adresse meines Speedport auf (bzw. habe ich im DNS einen entsprechenden DNS hinterlegt) und trage wie in Punkt 8 beschrieben die Daten des WLAN des Hotels, Campingplatzes usw. ein und alle Geräte sind glücklich.

Dieser Eintrag wurde in solch einer Konfiguration geschrieben :)

UPDATE: Auch wenn all das da oben funktioniert wie beschrieben – mittlerweile nutze ich einen TP-Link TL-MR-3040 – dieser bietet mit der aktuellsten Firma im sogenannten WISP-Modus faktisch all das Out of the Box :)

Was hat die Steinlaus mit Podcasts und der Wikipedia zu tun…?

Die Idee, an einem Podcast nicht nur als Gast (Luftpost / ABS-Radio) teilzunehmen, sondern diesen wirklich selber aktiv zu betreiben, ist schon ein paar Tage älter bei mir gewesen. Nur über welches Thema sollte es gehen? Noch ein Tech- oder gar Mac-Podcast? Nein, da gibt es genug von und ich komme ja selber kaum noch hinterher, die alle zu hören. Oder was zu meinen Hobbys? Ach ja, sind wir ja schon wieder bei Computern… Oder aber Hundesport (Agility)? Aber dazu bin ich im ganzen Drumherum zu wenig engagiert – da gibt es Einige, die viel mehr zu erzählen hätten.

Am Ende bin ich begeistert über Podcastideen gestolpert, fand dort die Idee, über zufällige Artikel der Wikipedia zu reden echt spannend (also so was wie ein Wissenspodcast – mit zufälligen Themen, von denen man im Zweifel vorher selber keinen blassen Schimmer hat :)). Auch auf Podcastideen fanden sich zwei Mitstreiter und nach langem Grübeln über den Namen und die Struktur ist er nun seit Dezember 2013 da: Der Podcast namens “Freunde der Steinlaus”.

Die Folge Null mit Fokus auf das Thema des Podcasts (Wikipedia an sich, die Steinlaus et al) hatte noch eine gehörige Portion Längen und und Chaos – aber hey, es ist eine Nullnummer.

Aber schon in der ersten Folge mit den Themen ÖDBOF, Hitlerjugend, der Plutonium-Affäre und der Halle 54 nahmen wir Fahrt auf und mit der Stand heute zweiten Folge zu Kängurus, einer Pyramide, leckeren Dingen in Essen und Trinken und das Hippokranet beginnen sich erste Strukturen zu festigen und ich habe sowohl beim Erstellen als auch selber beim Hören Spaß – somit für mich ja schon fast Ziel erreicht.

Und nun steigt die Spannung, ob sich unser kleiner Podcast auch eine nette, kleine Hörergemeinde aufbauen kann. Wenn ich mir so die Download seit der Veröffentlichung der ersten Folge so anschaue besteht da Grund zur Hoffnung – realistisch sind wir jetzt mit den “echten Folgen” seit nicht mal zwei Wochen draußen :)

Also, wenn Ihr drei Kerle erleben wollt, die vom Zufallsgenerator getrieben werden, über Dinge wie “was ist ein Ute” über “wie wurde im ersten Weltkrieg der Bodensee bewacht – und in welchen Uniformen” bis hin zum Geschmack von Kängurus zu sprechen – hört mal rein und hinterlasst den einen oder anderen Kommentar.

Ach ja, wegen der Überschrift zu Steinlaus und Wikipedia – das erklären wir in der Nullnummer :)

(Für mich ist das ganze noch ein dankbare Möglichkeit, das Sprechen über Nicht-Fachthemen zu trainieren)

Hundespaziergang 2.0

Wie viele von Euch wissen, springen in unserem Haus drei Hunde um uns herum und dazu kommt noch eine Tochter. Die Hunde werden jeden Tag draußen durch die Westlichen Wälder (die Stauden) bugsiert und haben ihren Spaß.

Man selber kennt irgendwann alle Wege und wie gut man eine 11jährige Tochter zum Spazieren gehen motivieren kann, könnt Ihr Euch wahrscheinlich gut vorstellen…

Aber es gibt eine Lösung für alles: die Hunde kommen auf immer neuen Wegen raus, man selbst findest tolle, neue Ecken und auch das Kind läuft begeistert vorne voran. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach: man verbinde das Hobby Hund mit einem neuen Hobby – dem Geocaching. Kurz gesagt: Schnitzeljagd / Schatzsuche immer und überall.

Etwas länger: Es gibt mittlerweile über 2 Millionen versteckte “Gegenstände” weltweit – Ihr seid wahrscheinlich schon an vielen direkt vorbeigegangen. Diese werden auf der Seite www.geocaching.com* von den Teilnehmern mit Ihren GPS-Koordinaten hinterlegt, nachdem man diese versteckt hat (jeder kann also welche verstecken). Jeder Fund (der “Cache”) beinhaltet immer ein Logbuch, wo man sich als Finder eintragen kann (und nur dann darf man auf der Webseite seinen Status auf “Gefunden” setzen). Da bricht dann schnell der Jagdinstinkt durch – gerade auch beim Kind.

Man braucht nicht mehr als ein GPS-Gerät- oder in der heutigen Zeit: ein Smartphone (ob mit oder ohne Apfel) und schon kann es losgehen. Unsere Spaziergänge tendieren jetzt dazu, immer mehrere Stunden zu dauern :)

Ein paar erste, kleine Details noch:

Jeder Cache hat auf der Webseite zwei hinterlegte Werte von 1-5:

  • die “Schwierigkeit” sagt aus, wie schwer er zu finden ist,
  • das “Gelände”, wie schwer er dann zu erreichen ist (von “einmal bücken” bis “Kletterausrüstung nötig”).

 

Es gibt drei Arten:

  • den Traditionelle (man gehe zu den genannten Koordinaten und da ist er auch),
  • den Multi (mehrere hintereinander) und
  • den Mystery (erst ein Rätsel lösen).

 

Also, habt Ihr einen Hund und ein Smartphone? Dann registriert Euch mal auf http://www.geocaching.com (wir sind dort SaskiaLinWal und SvenWal) und schaut auf der Karte, wo und wie viele um Euch herum liegen. Ihr solltet mit den Tradis beginnen, der Rest kommt dann schon.

Mehr Infos direkt auf der Homepage und in einer aktuellen Ausgabe des CRE-Podcasts.

* es gibt noch andere, aber das ist mit Abstand die größte

Wo soll das nur hinführen…?

Alle, die mich kennen, wissen, dass ich, was Computer betrifft, so ziemlich alles ausprobieren muss, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Und auch wenn seit nunmehr mehr als 10 Jahren meine Haupt-Privatrechner immer Macs waren (angefangen mit einem iMac G4 – was ein tolles Teil), so werden immer auch die anderen Systeme intensiv im Auge behalten. So probiere ich immer mal wieder das eine oder andere Linux (welches ich als Server schätze – auf dem Desktop weniger) und auch immer aktiv alle Windows-Versionen, für welche ich ja sogar aktiv entwickle.

Und ich will auch wirklich, dass Microsoft nicht völlig abfällt – ich mag den Laden zwar nicht, aber Apple braucht gefälligst Konkurrenz (sonst werden die überheblich wie damals, als Steve gehen musste oder auch heute noch (in Maßen – Dank Android) bei iOS)). Daher war ich sehr positiv überrascht, dass man im Hause so mutig war und mit Metro / Modern UI / wie auch immer einen anderen und auf den ersten Blick auch guten Weg ging.

Spulen wir etwas vorwärts zum heutigen Datum (November 2013). Auf meinem Notebook läuft (neben dem “guten, alten” Windows 7) auf einer eigenen SSD Windows 8.1 (und vorher schon 8). Ich habe mich auch aktiv zur Nutzung des Systems gezwungen und alle Entwicklung auf dieses SSD verlagert und die Brücken abgebrochen zum alten 7er. Somit habe ich also viel Alltagserfahrung gesammelt – und diese lässt sich in drei Buchstaben zusammenfassen:

WTF?

Ja, What The Fuck ist denke ich für mich die treffendste Beschreibung, wie sich Windows 8.1 anfühlt. Man hat also den Start-Button unten links wieder zurück gebracht – der exakt das gleiche tut, was die untere linke Ecke in 8.0 auch schon machte – er öffnet die Kacheloberfläche. Dafür wurde aber nach der Installation erstmal genervt mit “wischen sie von a nach b, um c zu erreichen” – letztlich nur die sichtbare Konsequenz, dass dieses System völlig umintuitiv ist.

Zwei Dinge werfe ich 8.1 ganz besonders vor:

  1. Die gute Idee der Kacheln (dabei bleibe ich) zerstört durch ein völliges Chaos in der Bedienung derselben – mit einem Touchpanel nicht toll, mit einer Maus eine reine Katastrophe.
  2. Das noch viel, viel größere Chaos, weil man den alten Desktop danebengepackt hat und damit herausgefordert hat, dass die Nutzer ständig zwischen der alten und neuen Welt springen und völlig die Übersicht verlieren

In der Konsequenz hört man viel (und ich habe mich nun nach langem Zögern auch dazu entschieden), dass man die Kacheln links liegen lässt und Windows 8.1 einfach als gelungenes Update von Windows 7 ansieht (denn rein technisch hat Microsoft da schon einige Schmankerl eingebaut).

In meinem persönlichen Fall klappt aber nicht mal das mehr – ich hatte es erst auf einer normalen Platte gehabt – fand den Vergleich mit dem Mac (Fusion Drive) und Windows 7 (SSD) völlig unfair. Also wurde extra eine SSD angeschafft und das System ganz sauber und frisch darauf installiert – nur mit den neuesten Treibern vom Hersteller und keine Tweaks oder sonstwas gemacht. Nur die zum entwickeln nötigen Tools (Visual Studio, Git, NSIS, …) und der tägliche Bedarf (Thunderbird, Pidgin, Chapper, …) wurden installiert.

Es handelt sich nun also um mein zentrales Entwicklungssystem – und dafür habe ich i. d. R. immer nur mal zwischendurch Zeit (nach einem langen Arbeitstag im Hotel zum Beispiel). Und dazu komme ich im Moment nun nun noch seltener als eh schon – weil dieses verf**** Windows 8.1 im Schnitt bei jedem zweiten Start nach ein paar Minuten anfängt, mit sich selber zu spielen und dann mehrere Systemdienste in einen Wettkampf gehen, wer am besten die CPU auslasten kann. Der Rechner ist dann auf 100% (und das ewig) und man kann nichts machen.

Nun kenne ich mich mit Rechnern aus – also geschaut, ob ich eine nachvollziehbare Lösung finde (außer der klassischen Neuinstallation – welche dieses System ja faktisch eh ist) und werde erschlagen davon, wie viele andere gleichartige Probleme aus den unterschiedlichsten Gründen haben – da scheint also grundsätzlich was im Argen zu liegen.

Mein Windows 8.1 ist der reine Zeitvernichter – heute zum Beispiel hätte ich eigentlich eine Stunde in Menere investieren wollen – stattdessen drehte die Kiste wieder durch und ich suchte wieder nach Lösungen (ohne Erfolg).

Warum ich mir das antue? Diese Frage stelle ich mir zunehmend intensiver – vielleicht sollte ich es sein lassen und nicht mehr zurückschauen (wenn da nicht der Arbeitsrechner wäre :()

Ender’s Game – Review des Films

Gestern war ich im Kino und habe mir Ender’s Game – Das große Spiel angeschaut.

Dazu ein paar Worte vorab: Ender’s Game ist ein Buch aus den 80ern, welches ich damals auch gelesen haben – und das einige Male, weil mich dessen tiefere Geschichte wirklich reingezogen hat. Neben Otherland und Hyperion/Endymion war und ist es mein absolutes Lieblingsbuch.

Die Handlung kurz umrissen, ohne zu viel zu verraten: Es geht um einen Jungen namens Ender, welcher außergewöhnliches Talent im Bereich der Taktik besitzt. Die Erde wurde vor 50 Jahren von einer außerirdischen Rasse (im Buch Krabbler, im Film Formiacs) überfallen und entging nur sehr knapp der totalen Niederlage.

Nun bereitet man sich intensiv vor und hat in einer Raumstation ein Ausbildungscamp für kommende militärische Führungskräfte erbaut, welche mit Unterricht und einem „Spiel“ ausgebildet werden. Dabei handelt es sich um Kinder / Jugendliche – weit weg von erwachsen.

Nun zum Film:

Was die Bildsprache und das Tempo des Films angeht: Erste Sahne. Die Raumstation, das Taktik“spiel“ in der Schwerelosigkeit sowie erst recht die Raumschlachten sind auch ohne 3D der Hammer und alleine schon einen Besuch im Kino wert!

Die beiden Hauptcharaktere Ender und Oberst Graff (leitet die Ausbildung – von niemand geringerem als Harrison Ford gespielt) machen Ihre Sache in meinen Augen hervorragend.

Nun kommen wir zum Aber: wenn man das Buch wie ich verschlungen hat (ja ja, nie mit dem Buch vergleichen), dann stört einen (mich) ein Aspekt: Die Hast, mit welcher durch die an sich deutlich komplexere Geschichte gegangen wird und welcher der mir persönlich wichtigste Aspekt zu einem Gutteil zum Opfer fällt.

Dieser wichtigste Aspekt ist die langsame Entwicklung von Ender und zeigt sich im Film im Gegensatz zum Buch mit einer geringen Zahl der gezeigten Spiele, dem sehr kurzen Ablauf des Computerspiels, welches er auf seinem Pad spielt (im Film nach wenigen Minuten schon eine wesentliche Auflösung, im Buch ein langer Prozess) und auch in der wenig (Schwester) bis nahezu gar nicht (Bruder) dargestellten familiären Situation von Ender.

Das alles war es, was mich damals als Kind so gefesselt hat – ein Außenseiter (er kann als schmächtiger Streber durchgehen) und wie er damit nicht nur umgeht, sondern seine Stärke daraus bezieht.

Ein Aspekt wird sogar völlig ausgelassen – die Geschwister tummeln sich in etwas, was heute dem Internet entspricht und nutzen dies sehr weitgehend für mehr als 08/15 (hier könnte ich natürlich, da es im Film ja nicht vorkommt, verraten, was es ist – aber vielleicht wollt Ihr es ja lesen). Wir reden von einem Buch aus 1985 mit Wurzeln in 1977, als das Internet faktisch unbekannt und das World Wide Web noch nichtmal geboren war. Schade, aber das hätte den Zeitrahmen des Films wahrscheinlich gesprengt.

Zusammenfassend: auf jeden Fall reingehen! Filmisch sehr gut gemachter Film, starke Darsteller und die grundsätzliche Entwicklung von Ender kommt trotz der Verkürzung noch gut durch.

SimCity 5 auf dem Mac – eine Katastrophe

Als SimCity 5 für Windows rauskam, hat sich EA / Origin nicht gerade mit Ruhm bekleckert (instabil, Online-Zwang, …) und sich viele Fans vergrault.

Ich als Mac-Nutzer schaute mir das an, musste aber eh noch eine ganze Weile warten, bis man sich dort erbarmte, eine Mac-Version zur Verfügung zu stellen.

Als es dann soweit war, habe ich direkt zugegriffen und im Online-Store die Deluxe-Edition gekauft und direkt mit Paypal bezahlt. Im Gegensatz zu einigen anderen kriegte ich dann relativ unverzüglich meinen Download-Link und konnte Origin runterladen. Origin? Hatte ich nicht SimCity gekauft? Nun, bei EA zwingt man uns dazu, mittels deren Software Origin das Spiel selber zu laden.

Also Origin runtergeladen, installiert (erzählte einem dann noch irgendwas von “brauche mal eben noch Admin-Rechte, um hier was tief zu verankern”, und dann: nichts, blieb einfach hängen.

Es begann eine Rundreise durch “startet nicht”, “startet, geht aber gleich wieder aus”, “startet, in der erscheinenden Oberfläche lässt sich nichts anklicken”, “startet, Oberfläche ist klickbar, aber Tastatureingaben werden ignoriert” bis hin zu einem hängenbleibendem Reboot (auf einem Mac…!). Zwischen all den Versuchen war immer ein “Origin aus dem Applications-Ordner löschen und neu reinlegen”, da nach einem Fehlversuch immer genau gar nichts mehr passierte beim nächsten Startversuch.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich hatte die Schnauze voll, ich wollte mich eigentlich vergnügen und hatte bis zu dem Zeitpunkt schon rund drei Stunden mit dem Origin-Tool verbracht – SimCity selber also bisher noch nicht mal ansatzweise gesehen. Also Rückabwicklung des Kaufs (Widerrufsrecht) in die Wege leiten. Nur wie? In einer Endlosschleife kämpfte ich mich durch die grottenschlechten Support-Seiten, für die dieser Punkt natürlich nicht existiert, aber eben auch keinerlei schriftlich Kontaktmöglichkeit gegeben ist.

Mittlerweile schon echt geladen, schickte ich den Rücktritt an alle mit einfallenden Adressen (info@, support@, Antwort an die Rechnungs-Email) – bekam bei 2/3 davon ein “auf der Adresse nehmen wir keine Mails an”, der Rest schien zugestellt worden zu sein (es war Wochenende, Hotline ging daher nicht).

Nachdem (fast schon erwartet) keinerlei Reaktion kam, fand ich eine Hotline-Nummer und trug mein Leid dort vor. Eine Rückabwicklung wurde zugesagt – es geschah wieder nichts…

Ein paar Tage später nochmal (mehrfach) zur Hotline telefoniert, mehrmals die Rückgabe initiiert bekam ich erstmals jemanden, der wusste, was er tat. Stornierung aufgenommen, ginge nun alles seinen Weg.

Ein paar Minuten später kam eine automatisierte EMail mit einem Link, mittels welchen ich die Rückgabebedingungen bestätigen sollte. Der Link führte auf die Origin Startseite (also die Url hatte nette Parameter, aber das half nichts, oben auf der Seite steht immerhin “Erlebe den neuen Origin Webstore. Für mögliche kleine Pannen bitten wir um Verständnis.”) – also nochmal gescheitert.

Wieder durch die Hotline durch, den Kollegen dort insg. 20 Minuten (inklusive mehrfache Wartemusik) dran und er meinte, alles wäre nun geklärt und die Erstattung käme innerhalb einer Woche. Das habe ich sogar schriftlich.

Die Woche ist am letzten Freitag um gewesen – ratet mal, auf wessen Paypal-Konto noch immer kein Geld ist…

Hänge also gerade wieder in der Wartemusik…

[UPDATE 1]

Die Hotline konnte nicht nachvollziehen, warum es nicht geklappt hat (yeah), da nun aber die 14 Tage Widerrufsrecht rum sind, kann man es nicht mehr einfach stornieren (wäre das vorher technisch gegangen…?). Manuelle Aufnahme meiner Kontoverbindung und nun soll es 14 Tage (!) dauern, bis das bearbeitet wird plus (!) die Zeit von bis zu fünf Tagen, bis die Buchung dann wirklich erfolgt. Kundenservice von EA / Origin – noch Fragen…?